Erklärung zu den Ereignissen nach dem HSV-Spiel
Geschrieben von: UN94   
Montag, den 14. Dezember 2009 um 08:42 Uhr

Mit großer Verwunderung haben wir die Medienberichte über das Ereignisse nach dem Heimspiel gegen den Hamburger SV am Samstag zur Kenntnis nehmen müssen.

Unsere Erwartungen waren vor diesem Spiel aus zweierlei Gründen groß. Zum einen erhofften wir uns nach der blamablen Niederlage in Dortmund eine Reaktion der Mannschaft – so wie es vom Trainer Michael Oenning im Vorfeld des Spiels angekündigt wurde. Zum anderen sollte es das letzte Spiel sein, dass wir von Block 8 aus verfolgen würden. Daher hatten wir
eine umfangreiche Überraschungsaktion vorbereitet, mit der wir uns nach Spielende von unserer alten Heimat verabschieden wollten.

All diese Erwartungen wurden bitter enttäuscht. Wieder einmal hat die Mannschaft ein Heimspiel verloren. Aufgrund der Höhe der Niederlage waren wir gezwungen schon nach der 60. Minute die akustische Unterstützung komplett einzustellen. Die große Aktion auf Block 8 wurde ebenfalls kurzerhand abgesagt. In Folge einer Kettenreaktion wurden nach Spielschluss trotzdem einige Bengalfackeln, die eigentlich ein Element der geplanten Choreographie darstellen sollten, entzündet, da sich nicht jeder den Abschied von Block 8 durch die Leistung der Mannschaft vermiesen lassen wollte. Wie man auf die Idee kommen kann, diese
friedliche Aktion auch nur annähernd in die Nähe von Randale zu stellen, wie es durch Äußerungen in diversen Medien getan wird, ist für uns nicht ansatzweise nachvollziehbar.

Eine halbe Stunde nach dem Spiel zogen circa 300 Glubberer, darunter auch viele Personen aus unserer Gruppe, spontan Richtung Valznerweiher. Das Ziel der im Großen und Ganzen unkoordinierten Aktion sollte es sein, auf dem FCN-Gelände auf Spieler und sonstige Verantwortliche zu warten und somit ein Zeichen zu setzen, dass wir nicht tatenlos zu sehen werden, wie unser Verein sportlich mit dem Rücken zur Wand steht. Vor der Geschäftsstelle des 1.FCN wurden dabei einige Leuchten beschädigt sowie Gegenstände wie ein Stand-Aschenbecher umgeworfen. Da dies nicht im Sinne des Protestes war, wurden die solche Aktionen schon lange vor Eintreffen der Polizei selbstregulierend unterbunden. Wo es zu Schäden von mehreren tausend Euro gekommen sein soll, wie es im Polizeibericht zu lesen ist, entzieht sich unserer Kenntnis. Auf dem Weg zum Valznerweiher und auf dem FCN-Gelände wurde wenig skandiert – schließlich war keiner da, der es hören konnte. Die einzige Parole, die gemeinsam gerufen wurde, war das bekannte „Wir sind der Glubb“. Üble Beschimpfungen des Trainers oder des Managers durch die anwesenden Fans waren nicht zu hören. Die Behauptung, es hätte aus der Gruppe heraus gar Morddrohungen gegen einzelne Personen gegeben, ist schlicht und ergreifend unwahr. Wer solche Gerüchte in die Welt setzt, hat anscheinend ein Interesse daran, die Situation zu verschärfen bzw. Fans zu diskreditieren. Der Plan, auf Angestellte des 1.FCN zu warten, wurde nach kurzer Zeit von der Polizei zunichte gemacht, die circa 150 Fans einkesselte und anschließend eine Personalienfeststellung  durchführte.

Bis auf wenige Sachbeschädigungen war auch diese Protestaktion absolut friedlich. Wir können eines mit Sicherheit sagen: Randale schaut anders aus!

 

Der 1. FC Nürnberg steht nach dem 16. Spieltag mit lediglich 12 Punkten auf dem 17. Tabellenplatz. Wir haben große Angst davor, dass unser Verein am Ende der Saison wieder den Gang in die 2. Liga antreten muss. Bisher haben wir daran geglaubt, dass der Ernst der Lage allen bewusst ist und haben die Mannschaft stets treu unterstützt. Ob wir dies weiterhin können, wissen wir aktuell noch nicht. Am Samstag wollten wir zum ersten Mal deutlich unsere Unzufriedenheit zeigen. Dazu kam es aufgrund des Polizeieinsatzes nicht. Dass das Geschehene durch die Medien und auch durch Funktionäre des 1.FCN zu Ausschreitungen

umgedeutet wird, stößt bei uns auf absolutes Unverständnis. In den letzten Wochen wurde am Valznerweiher vieles schöngeredet. Damit muss Schluss sein, es müssen jetzt die Fakten auf den Tisch. Die bestehenden Probleme müssen auch in der Öffentlichkeit angesprochen und dann konsequent gehandelt werden. Es kann nicht sein, dass dies weiter nach hinten geschoben wird und stattdessen vom sportlichen Versagen der Mannschaft dadurch abgelenkt wird, indem man die Fans zu den Sündenböcken macht!

 

 

ULTRAS NÜRNBERG 1994 am 14. Dezember 2009