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Auswärtsspiel, Eiseskälte, kaum Torchancen und keine Tore für den FCN. Das Jahr 2009 endete für den Glubb in vielerlei Hinsicht so wie es begonnen hatte. Da Köln jedoch nicht Augsburg ist, holten die Gäste zum Jahresabschluss keinen Punkt, sondern wurden mit 0:3 nach Hause geschickt. Seit dem Sieg in Wolfsburg hat der FCN damit null Punkte und null Tore in vier Spielen aufzuweisen, hinzu kommt ein Gegentorschnitt von drei Toren in diesen vier Spielen. Zu viel, wenn man ernsthaft die Klasse halten möchte.
Hätte der Gegner aus Köln es nicht geschafft einigermaßen Fußball zu spielen, die Akteure des FCN hätten im schneebedeckten Rasen eine hervorragende Ausrede gehabt. Da der Ball auf Kölner Seite jedoch öfter und sicherer beim eigenen Mann landete, obwohl sie auf demselben Boden spielen mussten, muss man wohl fehlenden Eingespieltheit oder fehlende technische Fähigkeiten konstatieren. Augenscheinlich war auf dem Schnee von Köln durchaus beides, darüber hinaus und vor allem aber wieder einmal das kreative Vakuum im Mittelfeld. Kein Ball in die Spitze, kein schnelles Spiel nach vorne. Sicherlich waren einige Ungenauigkeiten dem Geläuf geschuldet, doch eine Alleinschuld trifft Petrus an diesem Abend nicht, zu sehr wurde deutlich, warum der FCN zu Recht auf dem siebzehnten Tabellenplatz steht. Wer gegen eine Mannschaft, die zuvor in sechzehn Spielen nur sieben Tore schießt, drei Gegentore zulässt, der kann in der Abwehr keinen Bundesligaansprüchen genügen. Das mag platitüdal und plakativ klingen, der Wahrheit entspricht es dennoch. Ob die Schuld nun beim Fehlen von Raphael Schäfer oder bei der völligen Durcheinanderwürflung der Abwehrreihe liegt, ist müßig zu diskutieren, das Ergebnis ist erschreckend. Vor allem die Zuordnung bei Standards – womöglich das am einfachsten zu übende im Abwehrverhalten – war erschreckend schwach, so dass aus diesen Standards letztlich auch das erste und das dritte Kölner Tor entstanden. Gepaart mit dem aus einem Abspielfehler entstandenen zweiten Tor der Gastgeber, ergab sich ein symptomatisches Bild der Abwehrleistung der letzten Wochen, Juri Judts völlig unnötiger Platzverweis fügte sich nahtlos in dieses desolate Bild ein. Es ist nicht erst seit seiner heutigen Leistung anzunehmen, dass Judt einer der zehn bis zwölf Spieler ist, die Präsident Schäfer nach dem Spiel als „nicht bundesligatauglich“ bezeichnete. So hart und polemisch die Aussage sein mag, wer die letzten vier Bundesligaspiele verfolgt hat, muss zugestehen, dass das Urteil zumindest nicht weit entfernt von der Wahrheit sein dürfte. Wer vier Mal in Folge kein Tor schießt und vier Mal in Folge nach einem Gegentor jeglichen Kampfeswillen vermissen lässt, der muss sich fragen lassen, was er in dieser Liga zu suchen hat. Auch in Köln hatte der Glubb nach dem 1:0 durch Geromel den Gastgebern nichts mehr entgegen zu setzen, obwohl die Geißböcke sich nicht als Übermannschaft präsentierten. Daher ist es auch nicht verwunderlich, wenn Präsident Schäfer davon spricht, dass „auch die Position des Trainers zu diskutieren“ ist. Auchin Köln wirbelte Oenning die Mannschaft (teils gezwungenermaßen) durcheinander. Nordtveit, Eigler und Diekmeier fehlten verletzungsbedingt. Maroh wurden wege schwacher Leistungen aus der Mannschaft rotiert, wobei die Frage erlaubt sein muss, warum dieser als Sündenbock herhalten musste, wenn doch sein Partner in der Innenverteidigung in den letzten Partien noch schwächer agierte. Hinein kamen Judt, Boakye, Risse und Bieler. Keiner von ihnen hatte vor Wochenfrist gegen Hamburg auch nur eine Minute gespielt. Judt (gesperrt) und Risse hatten nicht einmal im Kader gestanden. Auch an der Grundformation dokterte Oenning herum, aus dem 4-5-1 mit linkem Überhang wurde ein 4-4-2 mit flachem Mittelfeld; eine Formation, in welcher der FCN in dieser Saison noch nicht aufgelaufen war. Zumindest der Anschein von Panik und Aktionismus schimmerte durch diese Maßnahmen hindurch. Genutzt haben am Ende keine dieser Umstellungen, das Spiel des FCN war wie die drei vorhergehenden unansehnlich und wenig erbaulich. Die Zeichen stehen nun auf Veränderung. Eine Veränderung, die letztlich nötig ist, ein Weiterwurschteln kann es nicht geben. In einer Sache ist die Veränderung schon beschlossen, zwei bis drei Neuzugänge kündigte der Präsident bereits an, ein Anfang, wenn auch womöglich zu wenig. Dass den Veränderungen im Kader auch Veränderungen in der sportlichen Leitung folgen werden, ist anzunehmen. Die Medien stürzten nach dem Spiel sofort und etwas einseitig auf die Trainerfrage. Es sollte jedoch nicht überraschen, wenn am Ende des Jahres 2009, weder Trainer noch Manager dieselben Namen tragen, wie zu Beginn; auch wenn es ähnlich kalt ist am Valznerweiher.
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